Das Rezept

Um es vorwegzunehmen "ein Rezept" für unsere Backesgrumbeere gibt es eigentlich nicht, denn es sind, wie bei jedem guten Eintopf, viele Variationsmöglichkeiten möglich. Fast jede Hausfrau hat aus Tradition, Überlieferung und eigenem "Guschdo" (Geschmack) ihr Rezept, und so kann das hier Niedergeschriebene auch nur allgemeine Regeln wiedergeben.

Man nehme für 6 Personen:
ca. 1500 - 1800g (pro Person ca. 250-300g) leicht gepökeltes Kannstück ohne Knochen (oder wie in alten Zeiten Schweinebauch)
1 Pfund Rauchfleisch
2 große Zwiebeln
1/8 bis 1/2 Liter süße Sahne
5 Lorbeerblätter
5 Nelken
einen trockenen Framersheimer Weißwein
Butter, Pfeffer, Salz (nur bei ungesalzenem Fleisch), Zimt
ca. 18 (pro Person ca. 3) geschälte und wie Salzkartoffel (oder der Länge nach als Schnitte) geschnittene Kartoffeln

Als früher noch hausgeschlachtet wurde, nahm man natürlich im Stenner (Steinguttopf) eingepökeltes Salzfleisch oder auch "Hesjer" (Schweinefüße), auch das Mitkochen wieder genießbar.

Zubereitung:
In einem nach Möglichkeit gußeisernen Topf (Bräter) mit ca. 5-6 Liter Inhalt wird zunächst das Fleisch gegeben. Darauf kommen Lorbeerblatt, Zwiebeln, Nelken, eventuell Knoblauch und die geschnittenen Kartoffeln. Nun den Topf 3/4 mit Weißwein füllen und die Sahne über den Kartoffeln verteilen. Die Butter wird in kleinen Flocken oben auf verteilt und das Ganze dann vorsichtig mit Zimt überstäubt. Zunächst können sie mit geschlossenem Deckel gekocht, allerdings wegen der "Kreschtscher" dann im letzten Drittel der Garzeit bei offenem Topf im Backofen, überbacken werden.

Sehr wichtig ist es, während der ganzen Zeit den Stand der Soße zu überwachen und wenn es nötig ist, mit Wein und Sahne nachzufüllen. Denn die Soße, in die die Kartoffeln beim Essen hineingedrückt werden, ist mit das Beste. Die Kochzeit beträgt je nach Topfgröße 2 - 3 Stunden.

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal, das unsere Framerschemer Backesgrumbeere von der Machart in anderen Gemeinden unterscheidet, ist, dass bei uns die Kartoffel nicht in Scheiben, sondern wie Salzkartoffel über Kreuz oder in Schnitzen geschnitten und das Ganze zum Schluß mit Zimt zart überpudert wird. Der Zimt bibt den unverwechelbaren besonderen Geschmack und "de Kreschtscher" die goldgelbe bis rotbraune Farbe.

Dass zu den original "Framerschemer Backes" natürlich nur ein trockener "Framerschemer Woi" verwendet und getrunken werden darf, muss wohl nicht besonders erwähnt werden. Dazu kann sowohl grüner Salat, Feldsalat, rote Beete oder auch saure Gurken gereicht werden. Sollte etwas über bleiben, so schmecken die Backes auch gewärmt und leicht überbacken besonders gut. Die dann fehlende Soße läßt sich durch zugeben von Wein und Sahne wieder herstellen.

Wie schon eingangs erwähnt sind der geübten Hausfrau in den Variationsmöglichkeiten solange keine Grenzen gesetzt als das Grundrezept erkennber bleibt.

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