Die "Framerschemer Backesgrumbeere"

Ein alter Brauch
Der alte Brauch, dass es in Framersheim am Dienstag "Backesgrumbeere" gibt, hat einen ganz realen Hintergrund. Der Dienstag war Waschtag und die Frauen standen den ganzen Tag in der Waschküche. Da blieb keine Zeit zum Kochen. Um jedoch trotzdem ein deftiges Essen auf den Tisch zu bringen, wurden die Backes schon am Abend vorher vorbereitet und morgens gegen Zehn zum Backes (Bäcker) getragen. Mit der Resthitze nach dem Brotbacken garten sie dann bis zum Mittag.

Auch wenn heute schon in vielen Haushaltungen die Backes im Elektroherd zubereitet werden, so gibt es immer noch Feinschmecker die glauben, dass sich der Duft des frischen Brotes auf die Backes überträgt. Deshalb kann man noch heute dienstags die Töpfe zum Backes (Bäcker) tragen. Die Tradition hatte durch die Pizzawelle der sechziger und Hamburgerwelle der siebziger Jahre gelitten.

Interessant ist, dass sich inzwischen auch andere Gemeinden wie Albig oder Armsheim ja sogar die Rheinhessen-Weinwerbung der Framersheimer Backesgrumbeere erinnern und sie als regionale Spezialität herausstellen. Leider erlebt man in der Gastronomie auch, dass unter dem Namen Backeskartoffel, Gerichte angeboten werden, die mit unseren "Framerschemer Backesgrumbeere" aber auch nichts gemein haben.

Das Rezept


Um es gleich vorwegzunehmen "ein Rezept" für unsere Backesgrumbeere gibt es eigentlich nicht, denn es sind, wie bei jedem guten Eintopf, viele Variationsmöglichkeiten möglich. Fast jede Hausfrau hat aus Tradition, Überlieferung und eigenem "Guschdo" (Geschmack) ihr Rezept, und so kann das hier Niedergeschriebene auch nur allgemeine Regeln wiedergeben.

Man nehme für 6 Personen:
ca. 1500 - 1800g (pro Person ca. 250-300g) leicht gepökeltes Kammstück ohne Knochen (oder wie in alten Zeiten Schweinebauch)
1 Pfund Rauchfleisch
2 große Zwiebeln
1/8 bis 1/2 Liter süße Sahne
5 Lorbeerblätter
5 Nelken
einen trockenen Framersheimer Weißwein
Butter, Pfeffer, Salz (nur bei ungesalzenem Fleisch), Zimt
ca. 18 (pro Person ca. 3) geschälte und wie Salzkartoffel (oder der Länge nach als Schnitze) geschnittene Kartoffeln

Als früher noch hausgeschlachtet wurde, nahm man natürlich im Stenner (Steinguttopf) eingepökeltes Salzfleisch oder auch "Hesjer" (Schweinefüße), auch ein steinharter luftgetrockneter "Schwademaa" oder Bratwurst wurden durch das Mitkochen wieder genießbar.

Zubereitung:
In einen nach Möglichkeit gußeisernen Topf (Bräter) mit ca. 5-6 Liter Inhalt wird zunächst das Fleisch gegeben. Darauf kommen Lorbeerblatt, Zwiebeln, Nelken, eventuell Knoblauch und die geschnittenen Kartoffeln. Nun den Topf 3/4 mit Weißwein füllen und die Sahne über den Kartoffeln verteilen. Die Butter wird in kleinen Flocken oben auf verteilt und das Ganze dann vorsichtig mit Zimt überstäubt. Zunächst können sie mit geschlossenem Deckel gekocht, allerdings wegen der "Kreschtscher" dann im letzten Drittel der Garzeit bei offenem Topf im Backofen, überbacken werden.

Sehr wichtig ist es, während der ganzen Zeit den Stand der Soße zu überwachen und wenn es nötig ist, mit Wein und Sahne nachzufüllen. Denn die Soße, in die die Kartoffeln beim Essen hineingedrückt werden, ist mit das Beste. Die Kochzeit beträgt je nach Topfgröße 2- 3 Stunden.

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal, das unsere Framerschemer Backesgrumbeere von der Machart in anderen Gemeinden unterscheidet, ist, dass bei uns die Kartoffel nicht in Scheiben, sondern wie Salzkartoffel über Kreuz oder in Schnitzen geschnitten und das Ganze zum Schluß mit Zimt zart überpudert wird. Der Zimt gibt den unverwechselbaren besonderen Geschmack und "de Kreschtscher" die goldgelbe bis rotbraune Farbe.

Dass zu den original "Framerschemer Backes" natürlich nur ein trockner "Framerschemer Woi" verwendet und getrunken werden darf, muß wohl nicht besonders erwähnt werden. Dazu kann sowohl grüner Salat, Feldsalat, rote Beete oder auch saure Gurken gereicht werden. Sollte etwas über bleiben, so schmecken die Backes auch gewärmt und leicht überbacken besonders gut. Die dann fehlende Soße läßt sich durch zugeben von Wein und Sahne wieder herstellen.

Wie schon eingangs erwähnt sind der geübten Hausfrau in den Variationsmöglichkeiten solange keine Grenzen gesetzt als das Grundrezept erkennbar bleibt.

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