Labyrinth-Platz

Der Framersheimer Labyrinth-Platz wurde initiiert und angelegt von Rita Breuder.

Labyrinth-Platz Framersheim"Herzlich willkommen auf dem Framersheimer Labyrinth-Platz!

Er wurde im Jahre 2000 nach ca. zwei Jahren Bauzeit mit einem Fest eingeweiht.
Dieses 7-Wege-Labyrinth hat einen Durchmesser von ca. 34 m und eine Gesamtlänge von etwa 700m. Es wurde großenteils aus mehr als 350t Kalksteinen gebaut, die Menschen in die nähere Umgebung weggeworfen hatten. Die Gesamtfläche des Labyrinth-Platzes beträgt etwa 1ha.
Es liegt am Osthang des Hornbergs in ca. 283m Höhe mit sehr schöner Aussicht auf Odenwald (Osten), Kloppberg (Süden), Donnersberg (Westen) und Taunus mit Rheinebene (Norden). Beim Aufbau dieser meiner Vision wurde ich unterstützt von etlichen staatlichen Einrichtungen, vor allem aber von tatkräftigen begeisterten Menschen, Künstlern und Künstlerinnen. Sie gestalteten mit mir gemeinsam die labyrinthischen Kunstobjekte.
Meine Intention mit dieser Steinsetzung ist: der Natur -wieder- einen Ort zu geben für Begegnung, Erinnerung, Selbst- und Neubesinnung und der Erholung – hier im engen (sichtbaren) Umfeld von Agrar-, Müll-, Atom- und Windkraftindustrie.
Mit kulturellen und künstlerischen Angeboten - in Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen - laden wir das Jahr über alle Menschen ein ihren labyrinthischen Weg zu erfahren."

(Rita Breuder, 10. August 2005)


Der Labyrinth-Platz Framersheim liegt am Hang unterhalb dreier Windräder. Hier ist es in der Regel windig und kühler als im Tal. Bitte bei den Veranstaltungen an entsprechende Kleidung, Sonnen- und Regenschutz und eine Sitzunterlage denken.

Was ist ein Labyrinth?

Das ursprüngliche Labyrinth hat im Wesentlichen immer die gleiche Form. Von einem Kreuz ausgehend werden anfangs sieben, später mehrere Kreise gezogen, die einen verschlungenen Weg bilden. Dieser Weg hat keine Abzweigungen und bildet keine Sackgassen oder Irrwege. Es führt hin und her, biegt immer wieder nach innen und nach außen ab und gelangt schließlich zur Mitte. Dort ist der Ort der Umkehr. Es führt der gleiche Weg wieder nach außen zurück.

Der Ursprung des Labyrinths

Das Labyrinth entstand im Mittelmeerraum. Das älteste Labyrinth fand man bei Ausgrabungen in Pylos in Griechenland. Beim Brand in einem Palast waren dort vor 3200 Jahren Tontäfelchen gehärtet worden. Auf einer dieser Tafeln war ein Labyrinth eingeritzt.

Im gesamten Mittelmeerraum finden sich viele Felsritzungen von Labyrinthen, die noch älter als das Labyrinth von Pylos sein könnten. Aber während man in der Archäologie Brände sehr leicht datieren kann, ist eine Altersbestimmung bei Felsritzungen nahezu unmöglich.

Welche Kultur das Labyrinth erfunden hat, weiß man nicht. Auch nicht, was das Wort Labyrinth bedeuten könnte. Aber es gibt eine berühmte alte Geschichte von einem Labyrinth auf Kreta (Die Sage vom Minotaurus im Labyrinth) und deshalb wird der Ursprung des Labyrinths oft nach Kreta verlegt und die älteste Labyrinthform auch als kretisches oder klassisches Labyrinth bezeichnet.

Geschichten der Seele

In Mythen, Sagen und Märchen geht es nie um genaue Geschichtsschreibung, sondern um Geschichten, die das Seelenleben widerspiegeln. Sie handeln von Ängsten, Kämpfen und inneren Erlebniswelten, die sich bei vielen Menschen ähnlich abspielen.

Das Labyrinth ist ein Spiegel, ein Bild, ein Symbol für den schwierigen und verschlungenen Lebensweg des Menschen. Er spricht von den Wahrheiten des Lebens, von den Schwierigkeiten und den Kämpfen, aber auch vom Ankommen, von der Mitte und von der neuen Freiheit, wenn man aus dem Labyrinth wieder heraus ist.

Das Labyrinth ist weit verbreitet

Das klassische Labyrinth hat sich über die ganze Welt verbreitet. Vom Mittelmeerraum gelangte es zu den seefahrenden Völkern des Nordens, vorbei an der spanischen Atlantikküste, nach England, Island und nach ganz Skandinavien. Sogar weit oben im russischen Eismeer gibt es eine Insel mit 15 Steinlabyrinthen unbekannten Alters.

Auf seiner Reise blieb das Labyrinth im Wesentlichen unverändert. Manchmal wurde das Design ein wenig abgewandelt, manchmal ein zweiter Ausgang aus der Mitte angelegt oder die Zahl der Umgänge verändert, die Vorstellungen aber, die mit dem Labyrinth verknüpft wurden und werden, sind die gleichen geblieben. Es ist überraschend in wie vielen Kulturen und an welch unterschiedlichen Orten auf der Welt das Labyrinth gezeichnet und verwendet wurde.

Das Labyrinth im Christentum

Das Christentum hat das Labyrinth schon früh in seinen Symbolschatz aufgenommen. In einer der ältesten erhaltenen Kathedralen der Welt, der 324 n. Chr. erbauten Reparatusbasilika in EI Asnam in Algerien gibt es ein Bodenmosaik mit einem Labyrinth römischen Typs und einem seltsamen Spruchspiel in der Mitte. Vom Mittelpunkt (S) aus, ist in jede erdenklich Richtung das gleiche Wort zu lesen.

Es ist, als ob damit ausgedrückt werden soll, dass Christus den Kampf mit dem Ungeheuer für die Menschen gewinnt und in der Umkehr zu neuem Leben führt. Von ihm aus wächst in jede Richtung die SANTA ECCLESIA - die Heilige Kirche.

Umkehr - Befreiung

Die Labyrinthfigur ist ein Abbild der Umkehr. Nach einem schwierigen verschlungenen Weg steht man in einer Sackgasse. Hier ist der Ort, der als einzig mögliche Lösung weiterzukommen eine Umkehr fordert. Die Notwendigkeit, sich zu wenden, liegt offensichtlich vor Augen. In dieser Bekehrung liegt die Wurzel der Befreiung, die Befreiung von Angst, Tod und Leid.

Das bedeutet die Befreiung von dieser Welt und damit auch die Befreiung vom Labyrinth. Die Umkehr in der Mitte ermöglicht es, das Labyrinth letztendlich zu verlassen, es hinter sich zu lassen. Eine der zentralen Aussagen des Christentums ist, dass der Mensch erlöst wird, wenn er umkehrt. Diese Umkehr wird verstanden als Hinwendung zum Glauben. Mit dieser Umkehr verbunden ist die Abwendung vom Bösen und die Hinwendung zum Guten.

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